 |
Kritk an der Methode, Grenzfälle
Der interne Zinsfuss(IRR) als Maß für den Anlageerfolg ist nicht ganz unumstritten. Und zwar zielt die Kritik
darauf, das sich die berechnete Rendite nur auf das in in einer Anlage gebundene Kapital bezieht. Das nicht
gebundene Kapital bleibt unberücksichtigt.
Das führt bei Investitionen, bei denen sich das gebundene
Kapital oft und sprunghaft verändert zu nicht aussagekräftigen Ergebnissen.
Ein Beispiel: Wertpapierspekulationen
Kauf: 10000 01.01.2004 Wertpapier A gebundenes Kapital: € 10000
Dividende: -200 10.03.2004 9800
Verkauf: -4500 11.03.2004 Wertpapier A 50% 4300
Kauf: 4200 10.12.2004 Wertpapier B 9500
Verkauf: -5200 31.12.2004 Wertpapier A 50% 0
Verkauf: -5600 31.12.2004 Wertpapier B 0
Summen: Ausgaben: 14200
Einnahmen: 15500
Gewinn: 1300
Rendite (IRR) : 20,05 %
Rendite bezogen auf € 10000 = 1300/10000 = 13%
Man sieht an diesem Beispiel eindrücklich, das der interne Zinsfuss hier ungeeignet ist, um den Anlageerfolg
zu beschreiben. Acht Monate sind nur € 4300 gebunden. Deshalb wird die Rendite nach IRR sehr hoch. Wenn man jedoch
bedenkt, daß der Rest, nämlich € 4700 nicht wirklich frei sind, sondern für eine günstige Gelegenheit bereitgehalten
werden, wird klar das die Rendite nach IRR hier die Situation falsch beschreibt. Gerade bei spekulativen Anlagen
ist das nicht in dem Wertpapier gebundene Kapital auch gebunden, denn es wartet ja auf eine günstige Gelegenheit
bei der es wieder angelegt wird.
Man darf nun aber auch nicht übertreiben. Für Wertpapiere, die kontinuierliche Auschüttungen tätigen,
greift die oben dargestellte Problematik nicht. Denn das ausgeschüttete Geld muss ja nicht bereitgehalten werden
sondern kann verbraucht oder wieder investiert werden.
Die Kritik ist in diesen Fällen ist meiner Erachtens unbegründet.
Zuschriften
Vermeintliche Limitierung der IRR
Sie zeigen ein nettes Beispiel, gut geeignet, um die IRR-Methode und ihre Verwendung zu schildern, aber keineswegs die Grenzen
der IRR-Methode, sondern nur ihre Vorteile. Hierzu müssen Sie Äpfel und Birnen auseinanderhalten, diese wiederum vom Inhalt
eines Obstkorbes (mit weiteren Obstarten), jenen vom Geschenkkorb (mit weiteren Inhalten), ihn wiederum vom Gabentisch. Soll
heißen: Aktie A hat jeweils eine bestimmte Performance im 1. und 2. Zeitabschnitt, sowie über die Gesamtdauer (man spricht
hier eher von Performance als von Rendite, da sich bei Aktien eine erzielte Performance von z.B. 10% in einem Monat i.d.R.
nicht über das ganze Jahr fortsetzt). Der Käufer hat mit Aktie A wegen unterschiedlicher Gewichtung in beiden Zeitabschnitten
eine andere Performance als die Aktie A selbst. Er hat ferner eine gewisse Performance mit Aktie B und mit dem Aktienportfolio
aus A&B eben die genannten 20%.
Soweit haben alle Investoren, die so handeln, die gleiche Performance von 20% auf A&B. Sie
können nun unterschiedlich weiter vorgehen:
Investor 1 verbraucht sofort jeweils das gesamte freiwerdende Kapital
("Freibier für alle") und erzielt somit 20% auf sein gesamtes eingesetztes Kapital, das identisch mit dem gemäß dieser
Strategie in A&B investierten Kapital ist.
Investor 2 erzielt ebenfalls 20% auf A&B, lässt einen Teil des Kapitals eine
Weile unverzinst auf einem Girokonto liegen und erzielt dort 0%; dieser Teil hat nicht an Chancen und Risiken der Aktienmärkte
teil und dementsprechend einen geringen Ertrag. Über das Gesamtportfolio aus den beiden Assetklassen Aktien und Giro hinweg
erzielt Investor 2 im gewichteten Mittel die genannten 13%.
Investor 3 würde eher in einen Indexfonds reinvestieren (Empfehlung
des Autors dieser Zeilen) als dass er das Geld auf das Giro legt und würde dort eine andere Performance erzielen (und demgemäß
eine unterschiedliche Gesamtperformance),
Investor 4 anstelle des Haltens auf dem Girokonto einen Teil des Kapitals am Neuen
Markt verbrannt, usw. Für alle Investoren lässt sich für jedes Einzelinvestment, für jede Assetklasse sowie für das
Gesamtportefeuille jeweils die Performance angeben, und zwar eindeutig. Man muss nur jeweils die Stufe, die man gerade
betrachtet, sauber darstellen. Folgerung: Mit diesem Beispiel ist keine Limitierung der IRR gezeigt, es wurde lediglich
die Rendite der Assetklasse Aktienportfolio nicht von der Gesamtrendite aus den beiden Assetklassen Aktienportfolio&Giro
unterschieden. Eine Grenze der IRR gibt es jedoch tätsächlich, und zwar im Sinne dessen, was die Juristen „bestimmungsgemäßen
Gebrauch“ nennen, nämlich für den Fall, dass das Kapitalkonto negativ wird (sog. Sinking Fund). Soll heißen: In diesen Fällen
ist die IRR nicht mehr ohne weitere Erläuterung zu verwenden, da die Verzinsung eines negativen Kapitalkontos nicht mehr zu
einer Vermögensmehrung, sondern zu einer Verringerung führt. Was schließlich das gebundene Kapital anbetrifft, gibt es schon
seit vielen Jahrzehnten eine vor allem für festverzinsliche Wertpapiere verwendete Kenngröße, die von institutionellen Investoren
stark beachtet wird (Macaulay-Duration). von Thomas Biller
|
Die Informationen auf dieser Seite reichen nicht? Suchen Sie mit neuen Stichwörtern. |
|
|
Hintergründe der Effektivzinsberechnung
Die Hintergründe der Effektivzinsberechnung für Ratenkredite soll in recht kompakter Form vorgestellt werden.
Gibt es einen Effektivzins?
Der Autor diskutiert zwei Methoden der Effektivverzinsung von Kreditgeschäften. An den unterschiedlichen
Ergebnissen wird deutlich, daß es einen eindeutigen, "objektiven" Effektivzins nicht gibt.
Bewertung von Zahlungsströmen
Dr. Alex Weissensteiner, Institut für betriebliche Finanzwirtschaft, Universität Innsbruck
Renditeberechnungs-Methoden
Die Renditen von Kapitalanlagen im Bereich von Geschlossenen Fonds wird nach unterschiedlichen Berechnungsmethoden
ermittelt. Im Steuersparbereich gibt es 3 gängige Renditeberechnungen
wikipedia.org - Rendite
Der Begriff Rendite (Synonym Profitrate, Ertragsrate, Kapitalverzinsung, Rücklaufquote, Verzinsungssatz -
engl. return oder rate of return) ist ein Fachbegriff der Finanzmärkte.
|
|